Was ist das eigentlich –
eine „Mauer“?
Unter Mauerwerk versteht der Fachmann jenen Bereich, der sich zwischen dem Innen- und dem Außenputz eines Gebäudes befindet. Im Volksmund zählt man meist auch die Beschichtungen wie Innen- und Außenputz, Vollwärmeschutzfassade, Verblendungen usw. dazu. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen "tragendem" und "nicht tragendem" Mauerwerk.
Wäre kein Wasser in unserer Erdoberfläche, gäbe es kein Leben. Wir brauchen es also und müssen mit der Tatsache klarkommen, dass unsere Bauwerke von allen Seiten mit Wasser in Berührung kommen. Warum jedoch die Mauern unserer Gebäude von Feuchtigkeit durchdrungen werden, kann ganz verschiedene Ursachen haben. Dementsprechend verschieden sind auch die Mittel, dagegen vorzugehen.

Baubedingte
Feuchtigkeit
- Über das Dach
undichte Stellen in der Dachdeckung, der Schornsteineinfassung, in der Verblechung usw. - Über defekte Leitungen
undichte Stellen in Wasserrohren und Regenrinnen - Über die Raumluft
Wasserdampf in Bädern, Küchen, Waschküchen, durch Wäschetrockner, größere Aquarien und Indoor-Pools, wird vom Innenputz aufgesaugt und kann nur bei ausreichender Lüftung abtransportiert werden - Durch Temperaturunterschiede
wenn sich Luftfeuchtigkeit an kalten Mauern (vor allem an so genannten Wärmebrücken, also mangelhaft isolierten Stellen im Mauerwerk) niederschlägt, entsteht Kondenswasser

Feuchtigkeit von Außen
- Grund- und Hangwasser
Verändert sich der Grundwasserspiegel, sei es durch lange Regenzeiten oder bauliche Veränderungen in der Nachbarschaft (Kanal, Hochhaus, Bergbau etc.) und steigt der Wasserspiegel über die Oberkante des Kellerfußbodens, so ist dies für den Hauseigentümer ein großes Problem, das oft nur durch kostenintensive Sanierung gelöst werden kann. - Plötzlich eindringendes Wasser
Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Hochwasser, können natürlich Feuchteschäden verursachen. Diese sind jedoch in der Regel zeitlich begrenzt. Es können jedoch Folgeerscheinungen auftreten, die dazu führen, dass Feuchtigkeit über die Kapillaren im Mauerwerk aufsteigt.
Über Kapillaren im Baustoff aufsteigende Nässe
Schuld daran ist die Oberflächenspannung - gut zu beobachten an einem Glas mit Wasser, wo sich das Wasser an den Rändern leicht nach oben zieht. Durch diesen Vorgang wird die Verbindung zu den Kapillaren hergestellt.
Dass das Wasser weiter hochsteigen kann - entgegen die Schwerkraft - hat mit der elektromagnetischen Sogwirkung zu tun. Durch das Aufsteigen des Wassers entsteht an den Kapillarwänden Reibung. Diese Reibung erzeugt ein elektromagnetisches Feld mit negativer Aufladung. Wie hoch Wasser aufsteigen kann, hat mit der Rohdichte des Baustoffes zu tun. Experten sprechen von 11 bis 12m. Aus der Praxis kennen wir Fälle von bis zu 8m.
Beide Faktoren Oberflächenspannung und elektromagnetischer Sog tragen dazu bei, dass die Schwerkraft aufgehoben wird, Wasser aufsteigt und die Mauern unserer Gebäude schädigt. Wasser steigt in den Kapillaren pro Jahr zwischen einem und fünf Zentimetern nach oben.
Aufsteigende Nässe beeinträchtigt aber nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Lebensqualität des Menschen in erheblichem Ausmaß. Nicht alle Ursachen können durch einfache Reparaturen, wie zum Beispiel durch den Austausch eines defekten Rohres, behoben werden. Sind herkömmliche Methoden erschöpft, muss die Ursache fachmännisch beseitigt werden.


